Bilderglas im Überblick
Bilderrahmen gibt es mit vielen verschiedenen Glasarten. Die meisten Rahmen werden mit
Klarglas oder
Antireflexglas angeboten. Für wertvolle Bilder lohnt sich aber die Investition in hochwertige Gläser, die das Bild nicht nur vor groben Einwirkungen von Außen schützen, sondern auch vor den aggressiven UV-Strahlen der Sonne. Zudem gibt es deutliche Qualitätsunterschiede selbst bei gewöhnlichem Bildglas, so ist bspw. das "billige Chinaglas" selbst von Laien zu erkennen.
Normalglas (oder auch Klarglas) wird heute vor allem bei handelsüblichen
Wechselrahmen eingesetzt und ist meist ein 1,7mm dickes
Floatglas. Der größte Vorteil dieser Glasart der Preis, denn im Vergleich zu anderen Gläsern ist Normalglas relativ günstig. Die Nachteile sind die geringere Stabilität und somit die höhere Bruchgefahr, als auch die Aufweisung von deutlich mehr Reflektionen. Wichtig bei einem Bilderrahmen mit Normalglas sind auf Grund der Verletzungsgefahr die geschliffenen Kanten.
Im Gegensatz zu Normalglas weist das Antireflexglas weniger Reflexionen auf. Es bietet sich deshalb vor allem für die Rahmung von Bildern an, die in hellen Räumen präsentiert werden sollen. Bei der Herstellung von Antireflexglas wird die Oberflächenstruktur durch das Verfahren der so genannten Mikroätzung verändert. Die mattierte Oberfläche verhindert dann die Spiegelungen bei zu starker Sonneneinstrahlung und erzeugt eine angenehme Streuung des Lichts. Bei der Rahmung mit Antireflexglas treten außerdem die
Farben und Kontraste der Bilder stärker hervor und das
Glas ist trotz der matten Oberfläche fast vollständig transparent. Antireflexglas ermöglicht, dass ein Bild von jedem Standpunkt in einem Raum uneingeschränkt betrachtet werden kann. Wichtig bei der Rahmung mit Antireflexglas zu beachten ist, dass zwischen Glas und Bild ein geringer Abstand vorhanden sein sollte. Grund dafür ist, dass durch die Mattierung die Umrisse des Bildes ansonsten verschwimmen, wenn man es aus einer größeren Entfernung betrachtet.
Weißglas eignet sich für Verglasung von Bilderrahmen besonders dadurch, dass die Farben des Bildes nicht beeinträchtig werden. Durch den Einsatz von einem besonderen Quarz-Sand wird erreicht, dass die Schnittkanten im Gegensatz zum
Grünglas nur einen sehr geringen Grünstich aufweisen.
Grünglas wird für die Verglasung von Bilderrahmen am häufigsten eingesetzt und in einem Floatprozess hergestellt. Durch den hohen Anteil an Eisenoxid der Rohstoffe weist diese Glasart an den Schnittkanten einen charakteristischen und deutlichen Grünschimmer auf.
Floatglas wird im so genannten Floatprozess endlos-kontinuierlich hergestellt. Dabei wird das gereinigte, flüssige und über 1000° heiße Glas über einem Bad aus flüssigem Zinn bewegt. Auf der Oberfläche entsteht durch die unterschiedliche Dichte der beiden Stoffe ein sich gleichmäßig ausbreitender Film aus Glas. Am kühleren Ende des Zinnbades erstarrt das Glas in einer mit Stickstoff und Wasserstoff angereicherten Umgebung. Zu diesem Zeitpunkt ist das Glas immer noch 600° heiß und wird kontinuierlich aus dem Bad aus Zinn herausgezogen. In einem Kühlofen wird es anschließend verspanungsfrei heruntergekühlt und gleichzeitig auf seine Qualität kontrolliert und zugeschnitten. Die Vorteile von Floatglas ist, dass es eine geringe Welligkeit aufweist und es nur zu wenigen Einschlüsse kommt. Floatglas wird nicht nur bei Bilderrahmen verwendet, sondern wird seit den 60er Jahren auch für die Herstellung von Fenstern, Spiegeln oder auch Autoscheiben eingesetzt.
Polymethylmethacrylat ist die chemische Bezeichnung für
Acrylglas, das auch unter dem Begriff Plexiglas bekannt ist. Acrylglas ist ein glasähnlicher, synthetischer, thermoplastischer Kunststoff und wird deshalb auch Kunststoffglas genannt. Acrylglas kann gegenüber den „echten“ Glasarten einige entscheidende Vorteile aufweisen. Es ist äußerst bruchsicher, extrem leicht und hat stumpfe Kanten, so dass die Verletzungsgefahr sehr gering ist. Deshalb wird Acrylglas oftmals in Kindergärten, Schulen oder anderen öffentlichen Gebäuden eingesetzt.
UV Glas wird bei Bilderrahmen auf Grund seiner geringen Durchlässigkeit für Strahlen im Wellenlängenbereich der UV-Strahlung verwendet und bietet dem Bild einen werterhaltenden Schutz. Durch die Einwirkung von UV Strahlen besteht bei Bildern die Gefahr, dass sie vergilben und verfärben. UV Strahlen sind darüber hinaus für den Farbverlust und das Ausbleichen verantwortlich, wodurch beim Betrachten der Bilder ein verwaschener und weniger intensiver Eindruck entsteht. Ein UV Glas verhindert die Einwirkung von UV Strahlen und unterstützt somit die Langlebigkeit eines Kunstwerkes.
MIROGARD ist ein Spezialglas der Firma SCHOTT und zeichnet sich vor allem durch seine interferenzoptische
Entspiegelung und seine vollkommene Transparenz aus. Auf Grund seiner hervorragenden Eigenschaften wird MIROGARD in vielen bekannten Galerien und Museen verwendet.
MIROGARD Glas ist vollkommen farbneutral und verhindert störende Reflexionen, wodurch es dem Betrachter nahezu unsichtbar erscheint. Während normales Glas das Licht bis zu 8% reflektiert und dadurch die störenden Spiegeleffekte bei der Betrachtung auftreten, weißt das Spezialglas MIROGARD von SCHOTT lediglich Reflexionen von ca. 1% auf. Dadurch werden die unerwünschten Spiegelungen nahezu vollständig vermieden.
Die hohe Transparenz der MIROGARD Gläser ermöglicht zudem eine nahezu originalgetreue Betrachtung der Werke. Ist die Lichtdurchlässigkeit bei normalen Gläsern nur rund 91%, liegt sie bei den Gläsern von SCHOTT bei 99% und die Gläser sind so für den Betrachter fast unsichtbar.
Auch für den UV-Schutz ist bei diesen Gläsern durch Absorption und/
Reflexion optimal gesorgt. Unterschiedliche Produktvarianten bieten hier je nach Anforderung den richtigen Schutz.
MIROGARD Glas kommt immer dann zum Einsatz, wenn eine exzellente Entspiegelung in Verbindung mit unverfälschter Farbwiedergabe erreicht werden soll.
Das Spezialglas
Flabeg ARTControl wird vor allem in Galerien, Museen oder dem Kunsthandel eingesetzt. Durch eine Dünnschicht-Technik wird das Glas in der Herstellung veredelt und ermöglicht so bei den eingerahmten Werken eine originalgetreue Betrachtung. Es werden weder die Gesamtwirkung noch die Farbstimmung beeinträchtigt und das Bild ist trotzdem optimal vor Außeneinflüssen geschützt.
Das interferenzoptische Glas verfügt über eine Lichtdurchlässigkeit von ca. 98% und einen äußerst hohen Entspiegelungsgrad, so dass es für den Betrachter nahezu transparent und somit unsichtbar ist. Die verschiedenen Varianten UV 45 mit einem Entspiegelungsgrad von 99,4% und einem UV Schutz von 45%, die Variante UV 90 mit 99,5% und 90%, sowie die Variante UV 100 aus entspiegeltem Verbundglas schützen das Werk zudem vor einer schädlichen Sonneneinstrahlung.
UV 90: Entspiegelungsgrad 99,5%. Kombiniert mit einem UV-Schutz von über 90 % wird so die
Die Antireflex-Beschichtungen wird mit dem Verfahren der physikalischen Gasphasenabscheidung (PVD), wodurch die hervorragenden Produkteigenschaften ermöglicht werden.
Der Hersteller
True Vue bietet verschiedene Spezialgläser in unterschiedlichen Qualitäten an.
True Vue Conservation zeichnet sich vor allem durch seine konservierenden Eigenschaften aus und bieten einen besonders hohen UV Schutz. Das speziell beschichtete Glas schützt das Werk vor ca. 97% des schädlichen UV-Lichts, ist dabei aber trotzdem absolut klar bei der Betrachtung.
Das True Vue Museumsglas ist das hochwertigste Glas, was von diesem Hersteller angeboten wird und weist die geringste Flexion, die höchste Lichtdurchlässigkeit und einen sehr hohen UV-Schutz auf. Es ist somit für den Schutz und die Konservation von hochwertigen Werken besonders gut geeignet.
Der Hersteller
TEGLA bietet mit seinem Galerieglas S eines der preiswertesten Spezialgläser an. Dabei ist es durch eine spezielle Feinätzung farbneutral und bietet mit 99,85% eine sehr hohe Farbwiedergabe des Werkes.
Bilderrahmen-Wissen.de ist ein Informationsportal rund um das Thema Bilderrahmen, Kunst und Fotografie. Dieses Infoportal ist ein Projekt der artvera GmbH & Co. KG.