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Zubehör Passepartouts

Passepartout

„Überall hindurchgehen“  ist die wortwörtliche Übersetzung des französischen Begriffs, der heute in der Kunst eine Umrahmung aus Papier oder Karton für Bilder, Fotos, Grafiken  oder Glossary Link Gemälde umschreibt.

Geschichte

Schon im 16. Jahrhundert wurden Kunstwerke durch meist feine Linien aus Tusche verziert und eingefasst. Dadurch wollte man die eigentliche Arbeit hochwertiger erscheinen lassen und erhoffte sich somit eine Wertsteigerung. Nachdem das Glossary Link Glas für den Schutz von Kunstwerken entdeckt wurde, fanden die zarten Zeichnungen auf dessen Innenseite ihren Platz. Später wurden die Verzierungen nicht mehr direkt auf das Glas, sondern auf einen Rahmen aus Karton gebracht und das Passepartout war geboren.  Durch den Einfluss von neuen Formen und farblichen Variationen sind dann die verschiedenen speziellen Arten des Passepartouts entstanden.

Heute sind auf Grund der Zerstörungen durch die beiden Weltkriege nur noch sehr wenige Original-Vorbilder der Passepartouts zu finden. Nach dem zweiten Weltkrieg setzte  sich in der Bevölkerung eine allgemeine Schlichtheit ein und verzierte Passepartouts verschwanden nahezu gänzlich. Diese Tatsache wurde noch verstärkt, als  in den 60er Jahren die weiße Raufasertapete und der rahmenlose Bilderhalter beliebt wurden. Auch ohne Glossary Link Passepartout konnten Bilder und Fotos auf den weißen Wänden ansprechen und wirkungsvoll inszeniert werden. Erst in den 70 / 80ern erlebte das Passepartout dank des wachsenden Wohlstands in der Bevölkerung wieder einen Aufschwung. Die Menschen konnten sich den „Luxus“ eines Passepartouts wieder leisten und auch der Konkurrenzkampf unter Künstlern, Einrichtern und Kaufhäusern wurde immer größer. Dadurch waren sie gezwungen, ihre Arbeiten optimal zu präsentieren und griffen dazu auf Passepartouts zurück. 

Heute werden Passepartouts wieder zunehmend  für die kreative Einrahmung genutzt. Sie sind in vielfältigen Formen und Glossary Link Farben erhältlich, was nicht zuletzt dem Einsatz moderner Technik zu verdanken ist. Spezialgeräte können heute nicht mehr nur eine perfekte Öffnung  im Winkel von meist  45° und  sind bei der Form auch nicht mehr nur auf Linien und Kreise beschränkt. Heute können Eckverzierungen, Kerbschnitte und mehrere Lagen mit unterschiedlichen Größen auf die Oberfläche des Passepartouts geschnitten werden.

Die Verzierung der Passepartouts von Hand ist dennoch heute nicht gänzlich verschwunden, so führen vereinzelte Einrahmer oder Buchbinder gerade bei antiken Werken dieses alte und vielseitige Handwerk fort.

Funktion und Wirkung

Erscheinen Passepartouts dem Laien oftmals als „überflüssig“, nehmen sie nicht nur bei der Wahrnehmung von Bildern oftmals  eine wirkungsvolle Rolle ein. Die wichtigste Funktion des Passepartouts ist es, die Aufmerksamkeit  des Betrachters gezielt von der Umgebung auf das Bild zu lenken.  Gerade bei kleineren Arbeiten ist das enorm wichtig, da hierbei zur Betrachtung näher an das Bild herangetreten werden muss, der  Mensch sein Blickfeld aber nur begrenzt einschränken kann. Ohne Passepartout würde der Betrachter auch den Rahmen und die Wand wahrnehmen,  was durch die ruhige Fläche in Form des Passepartouts aber verhindert und der Blick auf das Bild hingeleitet wird.

Die zweite Funktion, die ein Passepartout erfüllt ist die Vermittlung zwischen dem Rahmen und dem Werk. Einerseits schafft es  den nötigen Abstand, ermöglicht aber andererseits auch  den Übergang zwischen den beiden Instanzen.

Die dritte Funktion des Passepartouts ist der Schutz des Werkes im Sinne der konservatorischen Einrahmung. So soll es das Bild nicht nur vor  Ausdünstungen speziell von Holzrahmen, sondern auch vor Außeneinflüssen wie zum Beispiel Luftfeuchtigkeit schützen.  Bei einer Witterung mit anhaltend hoher Luftfeuchtigkeit nimmt das Papier im Rahmen Wasser aus der Umgebung auf, das nachher nur schwer wieder entrinnen kann. Das kann im schlimmsten Fall zu ärgerlichen Stockflecken auf dem Bild führen. Ein Passepartout kann das verhindern und  zusätzlich mit Kalziumkarbonat versetzt sein, damit die Säuren aus der Luft möglichst gut gebunden werden.

Eine weitere Funktion des Passepartouts der Ausgleich von nicht zueinander passenden Abmessungen von Bild und Rahmen. Durch ein Passepartout kann ein kleines Bild auch wirkungsvoll in einem großen Rahmen platziert werden und bei einem großen Bild kann es dafür sorgen, dass nur der gewünscht Ausschnitt im Rahmen sichtbar ist. Durch ein Passepartout können zudem mehrere Bilder stilvoll, sauber und voneinander abgehoben in einem Rahmen platziert werden.

Das Passepartout sorgt bei der Wahrnehmung des Betrachters für eine intensivere Tiefenwirkung des Bildes. Grund hierfür ist einerseits die tatsächlich größere Tiefe, die durch das Hinzufügen des Passepartouts als weitere „Schicht“  entsteht. Darüber hinaus entsteht zwischen Rahmen und Bild durch das Passepartout ein visueller Raum, der für den Eindruck von mehr Tiefe sorgt.

Die Tiefenwirkung wird durch ein Passepartout mit so genanntem Schrägschnitt zusätzlich verstärkt. Bei dieser Form wird die Innenkante des Passepartouts in einem Winkel von 45° angeschnitten, wodurch die Kanten stärker hervortreten, der Blick des Betrachters stärker auf das Bild hingeführt und die Tiefenwirkung verstärkt wird.

Verschiedene Arten

Hinsichtlich der Beziehung zwischen Bild und Passepartout kann man zwischen drei Arten unterscheiden.  Das aufgreifende Passepartout liegt meist mit rundum 0,5 cm auf dem Bild auf und wird vor allem bei vollflächigen Aquarellen, Zeichnung und Fotos verwendet. Der geeignete Innenausschnitt des Passepartouts kann hier ganz einfach ermittelt werden, in dem man vom Bildmaß 1 cm abzieht. Um beispielsweise ein Bild in der Größe 20x30cm optimal in Szene zu setzen, ist demnach ein Passepartout mit dem Innenausschnitt 19x29cm  zu wählen.

Die eingelegte oder auch freigestellte Variante wird meist bei Bildern in kleinen Formaten oder mit verzierten Rändern verwendet. Das Bild soll hier vollständig zu sehen sein und somit darf das Passepartout nicht aufgreifen. In diesem Fall wird das Bild zunächst auf einen Hintergrund aus beispielsweise Karton gesetzt, der meist die gleiche Farbe wie das Passepartout hat. Das Passepartout kann jetzt auf den Hintergrund aufgreifen und nimmt keinen „wertvollen  Platz“ des Bildes weg. Hierfür ist der Innenausschnitt des Passepartouts größer als das Bildformat zu wählen. Wie viel vom Hintergrund zu sehen sein sollte, kann dabei individuell und nach Wunsch des Betrachters gewählt werden.

Die dritte Variante wird gerade vor allem bei Radierungen, Holzschnitten, Lithografien oder Siebdrucken angewendet, die das Papier nicht vollflächig ausfüllen. Das Passepartout sollte bei diesen Arbeiten einen gewissen Abstand zum Motiv halten. Damit das gewährleistet werden kann,  muss hier der Innenausschnitt  des Passepartouts größer als das Motiv gewählt werden.

Neben den oben genannten Arten sind aus der Historie entstandene und in Bezug auf das Erscheinungsbild besondere Arten bekannt.

Das so genannten Französische Passepartout hat die Arbeiten zur künstlerischen Bildeinfassung aus dem aus dem 16.Jahrhundert zum Vorbild. Hierbei wird das Passepartout mit viel Liebe zum Detail von Hand geschmückt. Oft wird hier mit goldenen und silbernen Bordüren,  aquarellierten und pastellfarbenen Streifen,  farbigen und golden/silbern bemalten Schnittkanten, aufgeklebte Streifen aus Marmorpapier und vor allem schwarzen, goldenen oder farbigen (Tusche-) Linien gearbeitet.

Das Englische Passepartout wird ebenfalls durch liebevolle Handarbeit verziert. Hierbei werden um den Innenausschnitt etwas dezenter meist ein bis zwei dunkle Linien gezeichnet. Diese filigranen Zeichnungen werden oftmals noch durch silberne oder goldene Streifen ergänzt.

Beim  Wiener Passepartout wird auf die aufwendigen Verzierungen weitestgehend verzichtet. Bei dieser besonderen Art liegt der Fokus mehr auf der Verstärkung der Tiefenwirkung als auf einer imposanten Gestaltung. Dafür werden zum einen mehrere Passepartouts mit unterschiedlich großen Innenausschnitten (und je nach Geschmack auch Farben) der Größe nach aufeinander gelegt. Zum anderen kann auch eine filigrane, verzierte Holzleiste wie ein Rahmen in den Innenausschnitt des Passepartouts eingesetzt werden.  Die Glossary Link Leiste wird dabei auf  Gehrung  geschnitten, womit die Eckverbindung zweier in einem Winkel aufeinanderstoßender länglicher Werkteile gemeint ist. Meist ist die dabei  die Glossary Link Gehrung gleich der Winkelhalbierenden.

Qualität der Passepartouts

Passepartouts sind in verschiedenen Qualitäten erhältlich,  die den Anforderungen für die Einrahmung  von Bildern in verschiedenen Qualitäten entsprechen. Man unterscheidet hier zwischen Standardpassepartouts,  solchen die zur Konservierung der Werke geeignet sind und Passepartouts die für die anspruchsvolle Nutzung in Museen verwendet werden können.

Informationen zur Webseite

Bilderrahmen-Wissen.de ist ein Informationsportal rund um das Thema Bilderrahmen, Kunst und Fotografie. Dieses Infoportal ist ein Projekt der artvera GmbH & Co. KG.